Das Simileprinzip – biologisch erklärt

Was ist Krankheit, was versteht man unter Heilung und welche Bedeutung haben die Symptome?

Wenn man unter Heilung die Überwindung einer Krankheit versteht, dann muss die Krankheit der Heilung vorausgehen. Erst kommt die Krankheit, dann die Heilung. Krankheit und Heilung können also nicht identisch sein. Ein Ding kann, philosophisch betrachtet, kann nicht die Ursache von sich selbst sein. Warum schreibe ich das? Weil wir meiner Meinung nach in der Medizin  diese klare Trennung oft nicht machen.

Um dies zu verständlich zu machen, schauen wir uns zuerst einmal an, was Symptome sind. Auch Symptome werden oft als die Krankheit an sich bezeichnet, was ebenfalls so nicht stimmen kann.  Auch ein Symptom kann nicht aus dem Nichts entstehen, ihm muss etwas vorausgehen.  Das, was ihm vorausgeht,  ist eine krankhafte Störung. Und über das Symptome versucht sich der Organismus, sich davon zu befreien und /oder sich davor zu schützen.

Ein anschauliches Beispiel dafür ist die Entzündung. Und da fängt schon die Vermischen der Begriffe an. Entzündungen werden als Krankheit bezeichnet: Blasenentzündung (Zystitis), Mandelentzündung (Tonsillitis), Leberentzündung (Hepatitis), usw. Es sind aber keine Krankheiten, sondern Reaktionen auf eine krankhafte Störung.

Viele Entzündungen entstehen dadurch, dass Viren, Pilze oder Bakterien in den Organismus eindringen, also Fremdkörper, die da nicht hin gehören. Das ist die oben genannte Störung. Auf diese Störung reagiert der Organismus mit Gegenreaktionen , die im Rahmen eines Selbstheilungsversuches  und /oder Selbstverteidigungsversuches zu verstehen sind.

Die typischen Symptome einer Entzündung sind Rötung, Erwärmung, Schwellung und Schmerz im entzündeten Bereich. Durch diese ist eine Entzündung medizinisch definiert.

Schauen wir uns die Entzündungssymptome einmal näher an. Was ist ihr Sinn?

Die eingedrungenen Erreger gehören nicht in den Organismus und müssen entfernt werden, in diesem Fall durch unser Immunsystem. Dazu müssen die Immunzellen zu den Erregern gelangen und sie an Ort und Stelle angreifen und beseitigen

  • dazu müssen die Gefäße erweitert werden, damit das Blut besser an den Ort des Geschehens fließen kann, und mehr Immunszellen dorthin gelangen, Das erzeugt die Symptome Rötung und Wärme.

  • damit die Abwehrzellen auch ins Gewebe austreten können, werden die Gefäße poröser, es tritt Flüssigkeit aus, Das Symptome Schwellung entsteht.

  • ein auftretender Schmerz gilt als Warnsignal, um zu erkennen, da ist etwas geschehen, die Aufmerksamkeit dahin zu lenken. Und auch, um evtl. Schonhaltungen einzunehmen und so den Heilungsprozess zu unterstützen

  • die eine im Laufe einer Infektion entstehende Eiterung bringt abgetötete Erreger sowie beim Abwehrprozess ums Leben gekommene Immunzellen nach außen.

All das sind biologisch sinnvolle Symptome. Sie diesen der Selbstverteidiung, und führen, wenn diese erfolgreich war zur Heilung.

Die eigentliche Krankheit ist hier also nicht die Entzündung, sondern die Störung des Organismus durch Infektion mit Erregern. Als Folge dessen leitet das System eine Abwehr in Form einer Entzündung ein. Symptome sind daher Ausdruck eines Selbstverteidigungs-  und Selbstheilungsveruches. 

Die Störung unseres Systems kann auf ganz unterschiedliche Weise erfolgen. Sie kann geistiger oder materieller Art sein. Oft reagiert in beiden Fällen das Selbstheilungssystem mit körperlichen Reaktionen (Symptomen), um die Störung abzuwenden. Diese Abwehrreaktionen sind keineswegs Folge einer bewussten Überlegung des Selbstheilungssystems, sondern erfolgen mehr oder weniger automatisch, instinktmäßig. Sie sind auch nicht immer auf den ersten Blick nachvollziehbar.

Ein Beispiel soll das erläutern:

Ein Mensch bekommt eine schlechte Nachricht (= Störung des Systems durch eine geistige Information), z.B. den Tod eines geliebten Menschen. Wir können uns vorstellen, dass dadurch sein System heftig belastet wird, aus dem Gleichgewicht kommt. Um diese Störung zu verarbeiten, sich von der Störung zu befreien, kann der Organismus körperliche Symptome wie Schwindel, Zittern, Schweißausbruch, Schwäche, Durchfall, u.a. erzeugen. Sie entlasten so das System im Innern, verhindern den psychischen Zusammenbruch.

Was hier genau geschieht, hängt vom jeweiligen Menschen ab. Jemand, der diese Störung sofort auf der psychischen Ebene verarbeiten kann, wird wahrscheinlich keine körperlichen Symptome bekommen. Bei anderen kommen sie erst nach Tagen. Wiederum andere erzeugen Symptome im psychischen Bereich oder sie können nicht mehr Schlafen. Jeder Organismus wird individuell mit einer solchen Störung umgehen.

Die Krankheit ist die „Störung des Systems“, das, was das System aus dem Gleichgewicht bringt, während die Symptome ausdrücken, wie das System versucht, sich von der Störung zu befreien. Die Schwierigkeit bei all dem ist, dass diese Selbstheilungsprozesse für den Betroffenen mehr oder weniger schwerwiegend sein können, und manchmal über das Ziel hinaus schießen und zum Tod führen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Symptome Selbstheilungsprozesse sind.Um das Ähnlichkeitsprinzip zu verstehen, müssen wir uns zuerst mit akuten und chronischen Krankheiten beschäftigen.welche Bedeutung kann 

Um das Ähnlichkeitsprinzip zu verstehen, müssen wir uns zuerst mit akuten und chronischen Krankheiten beschäftigen.

Akute Krankheiten

Zu den akuten Krankheiten rechnet man vor allem Infektionskrankheiten, wie Grippe, Röteln, Masern, u.a. (durch Viren), auch übliche Erkältungskrankheiten, wie Bronchitis, Mandelentzündung (durch Bakterien) oder eine Blasenentzündung (durch Bakterien), eine Lungenentzündung (Viren oder Bakterien), auch Rückenschmerzen durch Verheben oder auch eine Verletzung.

Akute Krankheiten haben einen mehr oder minder klar bestimmbaren Ausgangspunkt (Auslöser), entwickeln sich in der Regel plötzlich und heilen selbst in vergleichbar kurzer Zeitdauer von 3-14 Tagen.

Chronische Krankheiten

Zu den chronischen Krankheiten zählen Hautkrankheiten (wie Neurodermitis, Psoriasis), Asthma, Migräne, Heuschnupfen und sonstige Allergien, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Autoimmunkrankheiten und viele andere.

Chronische Krankheiten entwickeln sich langsam und schleichend. Sie zeigen im Gegensatz zu den akuten Krankheiten keine Selbstheilungstendenz.

Das folgende Diagramm zeigt den typischen Verlauf einer akuten Krankheit.

Bei akuten Krankheiten wird der gesunde Mensch mit einem auslösendem Ereignis konfrontiert (Infektion, Unterkühlung, Sturz) und nun beginnt der Krankheitsprozess. Es kommt zu einer Zunahme der Symptome, schneller oder langsamer, je nach Auslöser und Verfassung des jeweiligen Menschen.

Nach wenigen Stunden oder Tagen erreicht die akute Krankheit ihren Höhepunkt, an dem sich entscheidet, ob es in Richtung Heilung geht oder ob der Mensch stirbt (an Grippe, Lungenentzündung, Verletzung).

Um eine Zuspitzung des Krankheitsgeschehens einer akuten Krankheit zu verhindern oder den Verlauf abzukürzen, besteht die Möglichkeit einer therapeutischen Intervention mit Medikamenten, sei es mit Schulmedizin, Homöopathie oder Phytotherapie . Darüber hinaus gibt es noch andere Verfahren aus dem Bereich der Erfahrungsheilkunde, wie Wadenwickel, Inhalationen, u.a..  

Wir werden uns im weiteren Verlauf auf einen Vergleich zwischen Schulmedizin und Homöopathie beschränken. Zuerst aber noch weitere Überlegungen zu den akuten Krankheiten.

Was sind Symptome und was ist die Krankheit?

Fortsetzung folgt

Stand: 14. Juni 2019